Interview - Debras Verlag

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Interview


Interview mit Heinz Prange
Verleger, Debras Verlag, Konstanz


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Xperimenta: Welche Akzente setzen sie in Ihrem Verlagsprogramm?

Heinz Prange:  Leser über Zusammenhänge und historische Ereignisse  – insbesondere aus Brasilien – zu  informieren, die bei uns, beziehungsweise in Europa, bisher wenig oder gar nicht bekannt sind oder waren.

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Xperimenta: Herr Prange, wie wird man eigentlich Verleger?

Heinz Prange: Mein beruflicher Weg hatte mit Büchern wenig zu tun. Ich entwickelte und verfasste einige vor Jahren veröffentlichte Lehrgänge. Später war ich als Ausbilder und Redakteur tätig. Dabei wurde ich auf geschichtliche Geschehnisse aus Brasilien aufmerksam, die mir und anderen in Deutschland bisher unbekannt waren. Eigentlich könnten sie diese erste Frage – gemäß Ihrer Formulierung – sicher besser allgemein gültig und zielgerichteter beantworten als ich.

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Xperimenta: Welchen Kontakt pflegen sie zu Ihren Autoren und Autorinnen?

Heinz Prange: Da ich Herrn Almeida und Frau Niemeyer persönlich kennengelernt habe, besteht ein regelmäßiger Kontakt zwischen uns per E-Mail und meist wöchentlichen Gesprächen via Skype.

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Xperimenta: Brasilianische Autoren bilden einen der Schwerpunkte ihres Verlagsprogramms. Wie hat sich das ergeben?

Heinz Prange: Während meiner Tätigkeit als Redakteur bekam ich einen Druck in deutsch über Pater Landell  in die Hand. Bei einem Vortrag von Frau Alda S. Niemeyer in Deutschland wurde dieser in wenigen Exemplaren verteilt. Ich wollte einen ausführlicheren Beitrag über die Patente und Erfindungen von Pater Landell verfassen. Darum nahm ich Kontakt mit Frau Niemeyer in Brasilien auf. Nach Veröffentlichung meines Beitrags trafen wir uns in Deutschland. Dabei erfuhr ich von dem Buch, das sie über die Katastrophen der  Hochwasser in Blumenau im Staate St. Catarina verfasst hatte. Wir vereinbarten, dass ich beide Bücher in  Deutsch verlegen würde, nachdem sie mir die Übersetzung beider Bücher geliefert hatte.

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Xperimenta: Ihr Verlag wurde 2004 gegründet. Bereits jetzt sind sie sehr erfolgreich. Wie konnte das so schnell gehen?

Heinz Prange: In Brasilien reagierten Fernsehen, Rundfunk und Tageszeitungen mit erstaunlich vielen Berichten auf die Vorstellung des Buchs Pater und Wissenschaftler von B. Hamilton Almeida. Er stellte seine deutsche  Ausgabe persönlich in Deutschland vor. Herr Almeida wurde danach von einem der bekanntesten  brasilianischen Verlage gebeten, eine erweiterte Neuauflage seines Buchs zu veröffentlichen.

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Xperimenta: Sehen sie sich als Kleinverlag – oder wo sind sie einzuordnen?

Heinz Prange: Ich ordne meinen Verlag als Kleinverlag ein.

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Xperimenta: Was ist bisher ihr größter verlegerischer Erfolg?

Heinz Prange: Die Signierstunde mit B. Hamilton Almeida bei Vorstellung seines Buchs in Deutschland  sowie das Echo der Leser auf die Vorstellung des Buchs „Hanna im Duft der Winterszeit” der schweizerischen  Autorin und Künstlerin Rita Eggspühler-Schwarb während einer Vernissage in Luzern/Schweiz.

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Xperimenta: Wie sehen ihre nächsten Projekte aus?

Heinz Prange: Es werden in diesem Jahr in meinem Verlag zwei Bücher erscheinen: Ein deutscher Autor zeigt  die Historie einer Stadt auf, die in Brasilien von deutschen Einwanderern gegründet wurde. Ein zweites Buch, verfasst  von einem brasilianischen Autor, wurde in der ersten Auflage in Brasilien mit 70.000 Exemplaren verkauft. Die  2012 erschienene zweite Ausgabe übersetzte Frau Niemeyer für den Debras Verlag ins Deutsche. Und natürlich  hoffe ich, dass diese Ausgabe bei deutschen Lesern genau so aufgenommen wird wie in Brasilien.

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Xperimenta: Schreiben sie auch selbst?

Heinz Prange: Ja. Allerdings habe ich im eigenen Verlag momentan noch nichts veröffentlicht. Doch Vorbereitungen zu  einigen Titeln sind in der Planung.

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Xperimenta: Vielen Dank für das Gespräch.

Quelle:
Das Interview führte Rüdiger Heins und veröffentlichte es 2013 in der Internet-Publikation e
Xperimenta (Heft 3 ab Seite 45) im Internet online.

 
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